Eine Kollegin die Mut macht: Die singende Cellistin MARA abseits des klassischen Wegs

MARA   Foto: Charles Schrader
MARA Foto: Charles Schrader

Manche Menschen muss man gar nicht näher kennen. Vielleicht müsste man noch nicht einmal mögen was sie tun. Und doch ist man schon aus der Ferne beeindruckt. Für mich ist MARA so ein Mensch. Weil sie selbstbewußt ihren eigenen musikalischen Weg geht. Und weil sie andere ermutigt, es ihr nachzutun. Sie bringt das Wort Solidarität unter Künstler:innen ins Spiel. Für all das ziehe ich vor ihr meinen Hut! Und darum möchte ich sie euch gern vorstellen:

 

Vorab zum Verständnis: Wer wie MARA und ich an einer Musikhochschule das Orchesterinstrument Cello studiert wird darauf trainiert, technisch anspruchsvolle vorgegebene Noten zu spielen. So perfekt wie möglich! Da geht es weniger um künstlerische Freiheit oder eigene Ideen. Sondern darum, später als kleines Rädchen des gesamten Orchesters die Vorstellungen der Dirigent:innen umzusetzen. Und die komponierten Stücke nach ihren Wünschen zum Klingen zu bringen. Doch es gibt auch "Klassiker:innen" die abseits davon mit ihrem Instrument experimentieren und einen neuen, eigenen Platz in der großen Welt der Musik finden wollen.

 

Vor 2 Jahren  begegnete ich MARA beim „New Directions Cello Festival“ - einem Treffpunkt für gleichgesinnte Cellist:innen aus aller Welt. Nach drei inspirierenden Tagen voller Workshops, Konzerte und Sessions stand das große Abschlußkonzert im WDR Funkhaus Saal an. Und es gab eine Handvoll Solo-Slots für Teilnehmer:innen. MARA ergriff die Chance und meldete sich. Vor vollem Haus sang sie ihre Version "Blackbird" von den Beatles und begleitete sich dabei virtuos am Cello. Das blieb im Gedächtnis.

 

Über Facebook und Instagram hielt ich mit MARA Kontakt. Staunend verfolgte ich, wie sie sich mehr und mehr als Solokünstlerin präsentierte. Jahrelang hatte sie in Profi-Orchestern gespielt. Und nun machte sie Ihr eigenes Ding mit Coversongs und sogar eigene Musik! 

 

Warum sie eine neue Richtung einschlagen wollte beschrieb sie mir so: 

Ich habe durch den Tod einer Freundin hautnah erfahren, wie schnell das Leben vorbei sein kann und hatte das Gefühl, meine Lebenszeit nicht richtig genutzt zu haben, sondern mit dem Strom anderer klassischer Musiker mit zu schwimmen. Anfangs hatte ich Angst, meine eigene Musik zu teilen, da sie ja wirklich etwas sehr Intimes ist. Aber ich habe sehr viel mutmachendes Feedback bekommen und es tut einfach nur gut, zu sich ehrlich sein zu dürfen und nur die Musik zu machen, die aus einem selbst kommt.„

 

2020 sollte DAS Jahr für MARAs Debutalbum werden. Doch der CD-Release von "off the beaten track" fällt mitten in den ersten Corona-Lockdown. Unter erschwerten Bedingungen kann sie noch einige wenige Konzerte geben. Die eigentliche Tour ist erst einmal verschoben. Sie nutzt die Zeit, stellt auf online-Unterricht um und gibt in ganz neu konzipierten Webinaren interessierten Streichern ihr Wissen weiter.

 

Für mich ist MARA mit dieser Tatkraft  ein motivierendes Vorbild geworden. Ihre Single „Was du für mich bist“ hat mich sehr berührt. Weil das Lied auf so natürliche Art ausdrückt, was viele in Zeiten der Kontakt-Beschränkungen empfinden. Der Song ist nicht nur selbst komponiert, getextet, gesungen und gespielt, sondern auch im Homestudio aufgenommen, selbst gefilmt und geschnitten. Wow!



MARAs Debutalbum "off the beaten track" mit 6 eigenen Kompositionen und 6 eigenwillig arrangierten Titeln aus Pop, Klassik und Jazz kann sich hören und sehen lassen! Und inspirierend ist es so oder so. Denn wie sie so schön sinniert: 

„Unser glücklichster Lebensweg ist immer abseits der ausgetretenen Pfade.“

 

MARAS WEBSEITE www.mara-cello.de



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